Eenmol em Johr – Empfehlungskommission entwickelt Konzept zur Integration von CSD, Karneval und Weihnachtsmarkt

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In Zukunft nur noch eine Großveranstaltung im Jahr – diese Aussicht dürfte auch der parteiübergreifenden Kandidatin für das Amt der Oberbürgermeisterin gefallen. Hatten ihre Äußerung über die Überlastung des öffentlichen Raums durch die diversen Termine der Eventstadt Köln zunächst für Unsicherheit gesorgt (HomoHeft berichtete), so liegt nun ein Lösungsvorschlag vor, der als Konsens aller veranstaltenden Parteien gelten kann. Der in der vergangenen Woche eilig ins Leben gerufene Runde Tisch zur Nutzung von Synergieeffekten im Brauchtum, kurz RuTiSyB schlägt vor, mit dem Karneval, dem CSD und den Weihnachtsmärkten, die wichtigsten Großveranstaltung schon ab 2015 in einem Termin zusammen zu fassen.

Günther Großmann, Sprecher des Gremiums, erläutert im Gespräch mit HomoHeft das neue Konzept:

HomoHeft: Herr Großmann, vielen Dank für den schnellen Termin. Die nächste Zeit wird stressig werden, oder?
Großmann: Bitte, gerne. Stressig wird es in jedem Fall werden. Die Vorbereitungen für eine Veranstaltung mit derartigen Ausmaßen sind enorm. So etwas hat es in Köln ja bislang nicht gegeben.

HomoHeft: Sie waren federführend an der Konsensfindung beteiligt. Wie haben Sie das geschafft?
Großmann: Es wurde, trotz der sehr unterschiedlichen Hintergründe der Akteure, vergleichsweise schnell eine gemeinsame Basis gefunden. Wir sind uns alle einig, dass drei über das Jahr verteilte Großveranstaltungen einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Das Konzept Demonstration hat einfach ausgedient. Durch eine Zuspitzung all dieser Einzeltermine auf einen Werktag entsteht wieder Platz für den Kulturraum Köln.

HomoHeft: Also alles ganz einfach?
Großmann. Nein, einfach war es nicht. Da prallen ja schon sehr verschiedene Interessen aufeinander. Allein die Frage des Datums. Ein Weihnachtsmarkt im Juli ist doch noch ungewöhnlich. Ich sage bewusst „noch“. Anderseits kann man von den Homosexuellen nicht erwarten, bereits im Dezember nur im Slip über die Deutzer Brücke zu marschieren. Aber wie so oft steckt der Teufel im diffizilen Detail-

HomoHeft: Diffizil? Inwiefern?
Großmann: Kleinigkeiten eben, zumindest auf den ersten Blick. Die Haltbarkeit von schokolierten Erdbeeren im Juli. Oder die Gewährleistung der Unterscheidung von Karnevalisten und homosexuellen Paradeteilnehmern.

Foto vom ColognePride 2015

ColognePride 2015

HomoHeft: Ach! Wie haben Sie das Problem gelöst?
Großmann: Das hat sich im Prozess quasi von selbst erledigt. Schwule tragen wohl keine Karnevalsuniformen. Das war mir vorher nicht bekannt.

HomoHeft: Aber es gibt doch da diesen einen Karnevalsverein …
Großmann: … eine absolute Ausnahme. Die werden um eine doppelte Startgebühr nicht herumkommen. Das ist bedauerlich, aber da ist rechtlich nichts zu machen. Man kann nicht schwul und Karnevalist sein, ohne die rechtlichen Konsequenzen zu tragen.

Homoheft: Die RuTiSyB konnte sich– in Absprache mit Frau Reker – aber dann doch auf ein Datum einigen?
Großmann: Ja! Der 11. September.

Homoheft: Wieso gerade den?
Großmann: Ganz einfach. Da liegen die Weihnachtssüßigkeiten schon in den Regalen, die Zahl 11 freute das Festkomitee und die lauen Temperaturen erlauben noch Pferdemasken mit Hotpants zu tragen.

Homoheft: Gab es bei den Gesprächen auch heitere Momente?
Großmann: Ja sicher. Jemand hatte für den Motto-Wagen der Karnevals-Parade das Thema „Titanic“ vorgeschlagen. Wie Frau Rekers „immer am versinken“. Was haben wir gelacht. Das war ein großes Hallo.

Homoheft: Vielen Dank für das Gespräch.
Großmann: Bitte, gerne und ein gesegnetes Alohalaaf!